Fläche : 5,37 km2
Einwohner : 868
Tünsdorf, eine alte Römersiedlung, war im Mittelalter das Zentrum des Saargaues. Der Martinspfarrei gehörten die umliegenden Dörfer einschließlich des heute wesentlich größeren Ortsteiles Orscholz an. An den einstigen Reichtum Tünsdorfs erinnert noch einige schöne Bauernhäuser, zwei Kapellen aus dem 17. Jh. und ein barockes ehemaliges Kloster. Durch die Gebiets- und Verwaltungsreform im Saarland 1974 wurde Tünsdorf ein Ortsteil der Gemeinde Mettlach. Die ehemalige Getreidemühle Neumühle dient heute als Meditationszentrum. Zwei Kapellen aus dem 17. Jahrhundert, ein St.-Martins-Denkmal und eine Lourdesgrotte aus dem 20. Jahrhundert zeugen von der religiösen Tradition.
Die Pfarrkirche St. Martin - Nach kompletter Zerstörung des Gotteshauses im Zweiten Weltkrieg erfolgte im Mai 1947 der Spatenstich zum Bau der neuen Kirche, die im Jahre 1954 vom Trierer Bischof Dr. Matthias Wehr konsekriert wurde. Die Pläne des Gebäudes stammten vom Kölner Dombaumeister Wilhelm Weyer. Die schöne, große blau-rote Rosette über dem Eingang kommt aus Chartres.
Martinusdenkmal Tünsdorf - Die Pfarrei Tünsdorf hat ihrem Schutzpatron St. Martin am 15. August 2000 als Zeichen des Dankes und des christlichen Glaubens ein Denkmal gesetzt. Der Sage nach soll der heilige Bischof Martin auf dem Weg von Metz nach Trier in Tünsdorf Station gemacht haben, um dort unter der Gerichtslinde den Menschen das Evangelium zu predigen und sie zu taufen. Seitdem hieß diese Linde "Martinslinde“. Sie war über 1700 Jahre alt, als sie 1952 einem Blitzschlag zum Opfer fiel. An Mariä Himmelfahrt findet jährlich das Pfarrfest der Pfarrei St. Martin mit Prozession zur Lourdesgrotte auf dem Kewelsberg statt.
Kewelsberg (442 m N.N.) - Das Dorf Tünsdorf liegt auf dem Saargau am Hang des Kewelsberges (442 m N.N.). Streng genommen liegt Tünsdorf am Gierensberg (424 m N.N.), jedoch wird der Höhenzug, der sich von Wehingen bis Büschdorf hinzieht im Volksmund als der „Kewelsberg“ bezeichnet. Von der Pfarrkirche St. Martinus steigt der Weg steil hinan. Doch wird man für seine Mühen entschädigt durch eine herrliche Aussicht in das ferne Saartal auf der einen sowie ins lothringische Land auf der anderen Seite.
Lourdesgrotte (Mariengrotte) - Seit dem 15. August 1951 thront die Lourdesmadonna auf der Höhe über Tünsdorf; weithin sichtbar und Abend für Abend angestrahlt. Ihr ursprünglicher Platz befand sich an der Pfarrkirche unter mächtigen Kastanienbäumen in der in den Jahren 1912/13 errichteten Lourdesgrotte. Nachdem im Jahre 1939 der Kirchturm gesprengt wurde, musste auch die Grotte weichen. Die Madonna fristete ihr Dasein bis zum Jahre 1951 auf dem Speicher der Kirche. Als neuer Platz wurde dann der Gierensberg auserkoren. Ein Aufstieg zur Grotte lohnt sich auf jedem Fall und entschädigt unter anderem mit einer herrlichen Aussicht über das gesamte Saartal.
Bärlauch als Heilpflanze - Bärlauch (Allium ursinum), auch Wald-Knoblauch
genannt, ist ein in Europa heimisches Wildgemüse. Bärlauch treibt im Frühjahr aus. Die reinweißen Blüten öffnen sich im April/Mai und blühen bis Juni. Bärlauch gehört zur Familie der
Lauchgewächse (Alliaceae) und ist mit Gemüse wie Knoblauch und Zwiebeln verwandt. Bärlauch ist reich an Mineralien und Vitaminen wie Magnesium, Eisen und Mangan. Deshalb kann sich die Pflanze
positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken und Bluthochdruck, Herzinfarkten und Schlaganfällen vorbeugen. Bärlauch wirkt antibiotisch und entgiftend, regt den Appetit an und fördert die
Verdauung. Schon die Kelten und Germanen vertrauten auf die heilenden Kräfte des Krauts. Diese gaben ihm auch seinen Namen: Es hieß, dass Bären nach dem Winterschlaf zuerst nach den saftigen
Blättern des Bärlauchs suchten, um dringend benötigte Nährstoffe aufzunehmen.
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